Sutterlüty, Hohenems
Sutterlüty, Hohenemsfszentrum Lustenauerstraße – Sutterlüty
Sutterlüty, Hohenems
Sutterlüty, Hohenems
Sutterlüty, Hohenems
Projektinfos

Sutterlüty, Hohenems

Das Bauen von großen Handelsflächen an den Ortseingängen ist sehr oft eine Pflichtübung bei der es darum geht, möglichst billig aber möglichst effekthascherisch diese großen Volumen umzusetzen. Meist sind es ganz banale Kisten, die mit viel „Dekoration“ versehen nach Aufmerksamkeit schreien, auch sehr vergänglich sind und schnell altern. Eigentlich nicht das, was wir unter nachhaltig verstehen und im Geiste der Wegwerfgesellschaft konzipiert. Das neue Einkaufszentrum der Firma Sutterlüty in Hohenems soll eine Alternative aufzeigen. Das Gebäude beherbergt neben dem Lebensmittelmarkt auch einen über 2 Geschosse reichenden Sportfachmarkt. Somit ist das Grundstück optimal genutzt, die notwendigen Parkflächen befinden sich im Untergeschoss. Die Architektur des Gebäudes widerspiegelt die vielfältigen Einflüsse des Ortes. So reagiert seine Form auf die Geometrie des Grundstückes sowie auf die besondere Erschließungssituation. Während sich die der Öffentlichkeit abgewandten Seiten ruhig und zurückhaltend zeigen, sind die „Schauseiten“ formal ausdrucksstark und folgen den „Kraftlinien“ des Ortes. Zum Kreisverkehr hin präsentiert es sich ausgesprochen physiognomisch, dort zeigt es sein Gesicht, die Längsseite dagegen, welche den Eingang bildet, empfängt den Besucher mit einer großzügigen Geste, nämlich dem zurückgezogenen Erdgeschoss mit der größten Tiefe beim Eingang.Bewusst verlässt das Gebäude die Sprache der einfachen „Kiste“ und bietet eine plastische Ausformung, die aus dem Ort seine Begründung erfährt. Um diese Plastizität voll zur Geltung zu bringen, ist die Fassade sehr ruhig in ihrer Materialisierung nämlich aus kleinteiligen senkrechten Fichtenlamellen belegt.

Die Firma Sutterlüty ist bekannt durch ihre ehrlich gemeinte regionale Verwurzelung. Hier werden viele Produkte, die aus der Region stammen oder dort erzeugt werden, angeboten. Diese Philosophie soll sich auch im Gebäude widerspiegeln und zeigen, durch die Verwendung des heimischen Baustoffes Holz.

Lediglich der Keller sowie die Decke über dem Erdgeschoss mit den notwendigen Treppenhäusern sind in Beton, die gesamte Gebäudehülle, also Wände und Dach sind aus hoch wärmegedämmten, vorgefertigten Holzelementen gebaut. Holz ist das dominierende Material im Außenbereich und gibt dem Gebäude das unverwechselbare Gesicht. Auch im Innenbereich ist dieses Konzept ersichtlich, die zentrale Halle sowie die gesamte Dachkonstruktion aus naturbelassenem Holz geben den Innenräumen eine besondere Atmosphäre.

Energiekonzept (Firma Innotech, Altach)

Die Aufgabenstellung für die Planung und das haustechnische Konzept war eine hocheffiziente Wärme- und Kälteversorgung für das Gebäude zu finden, welches in den Herstellungs- Betriebs- und Wartungskosten Zukunftsweisend und natürlich genehmigungsfähig sein sollte.Um die Abwärme der Kühlmöbel zu 100% für den Heizfall zu nützen wurde ein Niedertemperaturheizsystem welches zu Heiz- und Kühlzwecken verwendet werden konnte erforderlich. Mit den Fußböden wird das Gebäude beheizt und gekühlt. Wenn die Abwärme aus der Kühltechnik für die Gebäudebeheizung zur kältesten Jahreszeit nicht mehr ausreicht wird durch eine hocheffiziente Wärmepumpeneinheit des GEO-Verbundes zusätzliche Wärme produziert und das Gebäude auf der gewünschten Raumtemperatur gehalten. Die Energie wird für die Beheizung aus den Erdsonden bezogen.Für die Kühlung des Gebäudes werden in den Sommermonaten die unterkühlten Erdsonden verwendet. Zu Kühllastspitzen und für die Entfeuchtung ist es möglich, die Wärmepumpeneinheit als Kühlaggregat umzuschalten, um die Zuluft zu entfeuchten und das Gebäude auf der gewünschten Temperatur zu halten.

Die Anlagenhydraulik wurde so optimiert, dass dasselbe System mit Doppelnutzen für den Heiz- und Kühlfall erforderlich ist. Dies hat die Herstellungskosten zusätzlich gesenkt und spart im täglichen Betrieb Instandhaltungskosten. Mittels mehreren Simulationen für die Heiz- und Kühlsituation wurden die Technik und die Gebäudehülle optimiert.

Durch die Begleitung der technischen Anlagen während der ersten Betriebsjahre und permanenter Datenerfassung wird die Anlage permanent optimiert so dass sich sehr schnell der erwünschte, wirtschaftliche und störungsfreie Betrieb einstellen wird.

Bauherr
Beta Teflac Immobilien GmbH & Co KG, Egg

Standort
Hohenems

Fertigstellung
2010

Projektdaten
NGF 5.882 m², BGF 9.966 m²,
BRI 45.630 m³
Energie 37 kWh/m²a

Rechte
Text Architekten Hermann Kaufmann
Foto Bruno Klomfar, Norman Radon

Dokumente
Pläne
Projektdetails
Publik
    Auszeichnungen
  • Holzbaupreis Vorarlberg
    2011 (Preis Gewerbebau)
  • Staatspreis für Architektur
    2012 (Nominierung)
    Publikationen
  • Sutterlüty Hohenems – Holzbau wie aus dem Bilderbuch
    ZN Z-195, Architektur Vorarlberg 2011 / Bauen + Handwerk; S. 140-141
  • Einkaufszentrum Lustenauerstraße, Hohenems
    ZN B-063, Best of Austria 2010_11, S. 134
  • Sutterlüty Hohenems
    ZN Z-237, Staatspreis Architektur 2012 - Projektbroschüre, S. 45
  • Sutterlüty Hohenems – Lust auf Einkaufen
    ZN Z-238, Architektur International, April 2013, S. 72-74
  • Sutterlüty Hohenems – Schoppen im Holz
    ZN Z-249, Constructive Alps, Themenheft zu Hochparterre Sept. 2013, S.35
  • Einkaufszentrum Lustenauerstraße, Hohenems
    ZN B-069, Best of Austria 2012_13, S. 102