Pfarrhaus Krumbach
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Pfarrhaus Krumbach
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Projektinfos

Pfarrhaus, Krumbach

Ein Zentrum für das Dorf

Krumbach in Vorarlberg hat seinen Kern jahrelang vorbildlich revitalisiert. Einen Markstein setzt das neue Pfarrhaus, wo sich im Saal und in der Bibliothek das ganze Dorf trifft.

Andres Herzog

Gut Ding will Weile haben. Davon kann Arnold Hirschbühl, Bürgermeister von Krumbach im Bregenzer Wald, ein Liedchen summen, ein heiteres. «Dorfentwicklungen muss man langfristig betrachten», sagt er. «Ich hoffe, dass sich unsere Bemühungen in 30 oder 40 Jahren positiv auswirken.» Als Hirschbühl vor zwanzig Jahren gewählt wurde, drohte der 1000-Seelen-Ort zum Schlafdorf zu werden: Der Kern entleert, das Land von Einfamilienhäusern verstellt. Seither hat sich Krumbach zum Musterschüler gemausert. Erst kürzlich begrüsste Hirschbühl den österreichischen Bundespräsidenten, der wissen wollte, wie man in Vorarlberg so erfolgreich serbelnde in blühende Dorfkerne verwandelt. Was ist passiert?

«Lange war der Vorderwald verschlafen», sagt Hirschbühl. «Das liess Raum, um eine aktive Bodenpolitik aufzugleisen.» Die Gemeinde stoppte die Zersiedelung und konzentrierte sich auf den Kern. Sie organisierte – finanzkräftig unterstützt vom Land Vorarlberg – Projekte, brachte Private an den Tisch und liess die Bevölkerung mittun. Das «Dorfhus» machte 1999 den Anfang: ein Laden, ein Frisör, ein Café, darüber Wohnungen. Die Gemeinde sanierte ihr Gemeindehaus, die Kirche erneuerte den Friedhof, es kamen Wohnbauten hinzu, und eine Bushaltestelle mit grossem Dach. 2008 führten die drei Architekten Hermann Kaufmann, Bernardo Bader und René Bechter von Bechter Zaffignani eine Ortskernstudie durch, um das Zentrum zu stärken. Und so gilt heute nicht mehr, was lange galt: Wer es in Vorarlberg zu etwas bringen will, der muss ein Häuschen bauen.

Bemerkenswert die Architektur: nicht reisserisch, nicht billig verputzt, sondern der Tradition und dem Ort verpflichtet, mit Holz konstruiert, pragmatisch, gesund. Hermann Kaufmann sagt es so: «Wir haben es geschafft, dass Architektur in der Gesellschaft ein Thema wird.» Für etwas Spektakel, auch international, sorgte einzig das Projekt «BusStop». Bekannte Architekten aus aller Welt entwarfen Bushäuschen, jedes ein Unikat, jedes ein kleines baukünstlerisches Capriccio.

Team
  • Architektengemeinschaft
    DI Bernardo Bader, Dornbirn
    Bechter Zaffignani Architekten ZT GmbH, Bregenz
  • Projektleitung
    DI Bernardo Bader, DI Rene Bechter
  • Mitarbeit
    Joachim Ambrosig
    Dietmar Sutter
  • Kostenplanung
    Bmst. Gerold Hämmerle
  • Bauleitung
    DI Eugen Keler
    Bmst. Gerold Hämmerle
  • Bauherr
    Gemeinde Krumbach, Krumbach

    Standort
    Krumbach

    Fertigstellung
    2013

    Projektdaten
    NGF 817 m², BGF 1.032 m²,
    BRI 5.4.64 m³
    Energie 10 kWh/m²a

    Zertifikate
    Passivhaus

    Rechte
    Text Bernardo Bader
    Foto Adolf Bereuter

    Dokumente
    Pläne
    Projektdetails
    Publik
      Auszeichnungen
    • Holzbaupreis Vorarlberg
      2015 (Preis Heimische Wertschöpfung)
    • Constructive Alps 2015
      2015 (Preis)
      Publikationen
    • Kultur- und Mehrzweckgebäude, Pfarrhaus Krumbach
      ZN Z-274, Florian Aicher, VN Beilage "Leben & Wohnen", 16. August 2014, S. 4-7
    • Krumbach Pfarrhaus
      ZN B-073, Best of Austria 2014_15, S. 139
    • Krumbach Pfarrhaus – Ein Zentrum für das Dorf
      ZN Z-301, Constructive Alps, Themenheft zu Hochparterre Nov. 2015, S.10-13
    • Pfarrhaus Krumbach
      ZN Z-306, Dominique Gauzin-Müller, EK Ekologik, 46/2015, S. 92-97
    • Pfarrhaus Krumbach
      ZN Z-336, Falk Jaeger / Verlag: Müry Salzmann Verlag, Broschüre ZV Bauherrenpreis 2016, S. 76