Bauherr: Gemeinde Ludesch Immobilienverwaltungs GmbH & Co KEG
Fertigstellung: 2005
Projektleitung:DI Roland Wehinger Mitarbeit: Markus LanzDI Martin Längle Kostenplanung:Bmst. Ing Norbert Kaufmann Tragwerksplanung: Zementol VertriebsgesmbH, Dornbirn Tragwerksplanung Holzbau: merz kaufmann partner GmbH, Dornbirn Tragwerksplanung Massivbau: Mader & Flatz Ziviltechniker GmbH, Bregenz HLS Planung: Synergy GmbH, Dornbirn Elektroplanung: DI Wilhelm Brugger, Thüringen
Ausgangspunkt für die Konzeption des Gemeindezentrums Ludesch war es, den Bewohnern einen lebendigen und zentralen Ort der Kommunikation zur Verfügung zu stellen. Da in Ludesch Kirche, Schule und Gemeindeamt in loser Beziehung zueinander situiert sind, fehlt ein historisch gewachsener Dorfplatz. Diese Lücke füllt das neue Gemeindezentrum, das die ortsräumliche Situation neu interpretiert und den Abschluss der darauf zulaufenden Dorfstraße bildet.
Drei, größenmaßstäblich im Kontext zur kleinteiligen Dorfstruktur entwickelte Baukörper sind eng aneinander gerückt und bilden einen klar definierten Außenraum. Schmale Gassen zwischen den Bauteilen, mehrere Eingänge und Treppenhäuser bieten differenzierte Wegführungen in und durch das Gemeindezentrum, indem sich nicht nur die Einrichtungen der Gemeinde befinden. Neben Gemeindesaal, Bücherei und Gemeindeamt sorgen ein Café mit Sitzplätzen in Freien, ein Postamt, zwei Geschäfte, Kinderbetreuungseinrichtungen, Büros sowie Proberäume für den Chor und die Musikkapelle für die gewünschte Durchmischung und Frequenz.
Das eigentliche Zentrum und Drehscheibe der Erschließung ist der neue Dorfplatz. Dreiseitig durch die Bauteile des Gemeindezentrums gefasst und von einer Überdachung aus transluzenten Photovoltaik-Elementen vor Witterungseinflüssen geschützt, entsteht hier ein öffentlicher Raum für die unterschiedlichen Aktivitäten des Dorflebens; ein durchlässiger und doch klar definierter Platzraum, dessen Atmosphäre durch das sich ständig ändernde Spiel von Licht und Schatten bestimmt wird.
Da Ludesch eine Gemeinde ist, die seit Jahren aktive Maßnahmen zum Umweltschutz setzt, war es naheliegend, mit dem neuen Gemeindezentrum auch einen ökologischen Musterbau zu verwirklichen. Es entstand nicht nur ein Holzbau mit Passivhaus-Standard und entsprechend niedrigem Energieaufwand im laufenden Betrieb, sondern der gesamte Bauprozess und sämtliche verwendeten Materialien wurden im Rahmen eines speziellen Förderungsprogramms in Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit, Verträglichkeit und Ressourcenschonung optimiert. Durch das begleitende Controlling wurde aufgezeigt, dass durch den Einsatz ökologischer Baumaterialen eine Halbierung der für die Herstellung der Materialien aufgewandten Energie bei lediglich 1,9% Mehrkosten erzielt werden konnte. Damit tritt das Gemeindezentrum Ludesch den Beweis an, dass sich ein gesamtnachhaltiger Ansatz ohne wesentliche Kostensteigerung realisieren lässt. (Text: Claudia Wedekind)
Dieses Projekt wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technik (BMVIT) im Rahmen der Programmlinie "Haus der Zukunft" - Impulsprogramm "Nachhaltig Wirtschaften" - gefördert. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes wurden im Hinblick auf Ökologie, Energie und Kosteneffizienz in einem Endbericht festgehalten:
Download Projektbericht Haus der Zukunft_4MB